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Mehr Inklusion wagen?!


Aktuelle Beiträge zur Kinder- und Jugendhilfe, 2013, Band 88, 146 Seiten, Preis Euro 19.00
Erscheinungsjahr: 2013
ISBN: 978-3-931418-95-3
Verlag: Deutsches Institut für Urbanistik, AGFJ
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Kurzbeschreibung:

Das Fragezeichen muss weg.

Alle Tagungsteilnehmer/innen waren sich darüber einig: Das Fragezeichen im Titel muss weg! Allerdings gab es viel mehr Fragen als Antworten, wie Inklusion in der Kinder- und Jugendhilfepraxis gelingen kann. In einem kurzen Interview zu Beginn der Tagung erklärte Prof. Reinhard Wiesner, dass Inklusion immer nur im Rahmen einer ?konzertierten Aktion? glücken kann. ?Es wäre nicht einzusehen, wenn die Kinder- und Jugendhilfe allein vorausgeht und auch in Zukunft als Ausfallbürge für die anderen Systeme fungiert. Wenn wir Inklusion wirklich ernstnehmen, müssen alle: Schule, Arbeitswelt, Gesundheitssystem und Kinder- und Jugendhilfe diesen Weg beschreiten.?.

Inklusion beginnt im Kopf

Prof. Clemens Dannenbeck stellte fest, dass es noch lange keine zufriedenstellende inklusive Praxis gibt. Der geforderte Paradigmenwechsel lautet: von der Integration zur Inklusion. Die Inklusionslogik besagt: Das System muss sich anpassen. Inklusion fängt hier und heute an!

Inklusion als kommunale Aufgabe

Dr. Peter Gitschmann bemerkte, dass kommunale Daseinsfürsorge eine ständige Prüfung der Aktionsfelder sowie ihre Ergänzung und Anpassung sei. Hier gebe es nicht eine ausschließlich staatliche, sondern ebenso wichtige zivilgesellschaftliche Verantwortung.

?Von Hilfen zur Erziehung? zu ?Hilfen zur Entwicklung und Teilhabe??

Prof. Dr. phil. Dr. jur. Reinhard Joachim Wabnitz machte deutlich, dass die ?Große Lösung? nicht mit Inklusion gleichzusetzen sei. ?Große Lösung? bedeutet: Von gespaltener zu einer einheitlichen Zuständigkeit zu gelangen, damit fachliche Kompetenz und personelle und finanzielle Ausstattung zu bündeln und den Leistungskatalog der Kinder- und Jugendhilfe radikal zu verändern. Das Motto auf dem Weg zur Inklusion müsse sein: Soviel Inklusion wie möglich, aber auch so viele adressatenspezifische Angebote wie nötig. 100% Inklusion werde es nicht geben.

Willkommen zur Inklusions-Talkshow ?

Das Fragenspektrum der Inklusions-Talkshow, zu der Gesprächspartner/innen aus unterschiedlichen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe eingeladen waren, reichte von ?Wann ist man ein Teil der Gesellschaft?? über ?Hat die Jugendhilfe die Inklusion verschlafen?? bis hin zu ?Was kostet die Inklusion??. Ein kleines Fazit der Gesprächsrunde: Inklusion wird Verschiebungen in der Trägerlandschaft mit sich bringen. In der Kinder- und Jugendhilfe darf es kein Konkurrenzdenken geben, weil es eine gemeinsame Verantwortung aller gibt. Der Schlüssel zum Gelingen der Inklusion wäre demnach: Multiprofessionalität, ?Öffnen, was wir haben!? und dabei multiplikativ, nicht additiv zu denken.

Beispiele gelebter Inklusion in der kommunalen Praxis ? drei Projekte aus der Inklusionslandkarte des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung

Die drei vorgestellten Projekte waren: ?Hauptsache Familie? integrativ, inklusiv und vernetzt! aus Schleswig-Holstein, ?Inklusive Bildung an der Fläming-Grundschule Berlin in Kooperation mit dem Nachbarschaftsheim Schöneberg? sowie ?Vielfalt für alle? aus Frankfurt am Main.

?Wir sind für alle da und geben keinen weg? ? Inklusion in einem Nachbarland ? Erfahrungen aus Südtirol

Bereits 1977 wurden in Italien die Abschaffung der Sonderschulen und die Einführung einer achtklassigen Schule für alle Kinder landesweit beschlossen. Nach Abschluss der 8. Klasse können alle Kinder zwischen einem Wechsel auf das Gymnasium, die Fachoberschule oder Berufsschule wählen. Im Fokus stehe immer die gemeinsame kollektive Verantwortung, für die Kinder und mit ihnen individualisierte Lernwege zu beschreiten, die deren Unterschiede nutzen und nicht problematisieren. Die Einstellung: ?die dürfen auch dazu kommen? ist in Italiens Schulen fremd. ?Wir sind für alle da und geben keinen weg?. Ein Recht auf gemeinsames individuelles Lernen haben alle Kinder, ob mit oder ohne Diagnose.
?Das letzte Wort wär? auch: Es geht!?


(Quelle: Deutsches Institut für Urbanistik, AGFJ)


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