Die Finanzialisierung der deutschen Ökonomie am Beispiel des Wohnungsmarktes

Spekulation, Wohnungsnot, Mietenexplosion, Verdrängung, Protest

Philipp P. Metzger

310 Seiten

Erscheinungsjahr: 2020
ISBN: 978-3-89691-262-6
Kurzbeschreibung:

Philipp P. Metzger illustriert, wie es zu dieser dramatischen Lage auf dem Wohnungsmarkt kommen konnte. Er analysiert mit marxistischen und postkeynesianischen Ansätzen sowie der materialistischen Staatstheorie die Entwicklung des deutschen Wohnimmobilienmarktes der letzten Jahrzehnte. Dabei kommt er zu der Schlussfolgerung, dass sich der Wohnungsmarkt im Zuge der Privatisierung des sozialen Wohnungsbaus und der Deregulierung des Finanzmarktes neoliberal transformiert hat. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich in Deutschland eine spezifisch fordistische Wohnpolitik, die auf zwei Werkzeuge setzte: Mietrecht und sozialer Wohnungsbau. Politisches Ziel war, qualitativ hochwertige Mietwohnungen zu günstigen Preisen für alle zu schaffen. Mit der neoliberalen Wende entwickelte sich die fordistische Mieternation zu einer finanzialisierten Mieternation. Nicht mehr die Interessen von Mieterinnen und Mietern waren politisch handlungsleitend, sondern die Profitinteressen von institutionellen Investoren standen im Mittelpunkt der wechselnden Bundesregierungen. Aus dieser Transformation erklärt sich der Aufstieg von Private-Equity-Fonds und der sich daraus entwickelnden Wohnimmobilien-AGs wie der Deutsche Wohnen oder der Vonovia. Für die Mieterinnen und Mieter ebenso wie für die Beschäftigten dieser Konzerne bedeuten die finanzialisierten Profitstrategien die Prekarisierung ihrer Lebensverhältnisse.